Der internationale Strafgerichtshof (IStGH) nutzt jetzt „OpenDesk“. Klingt romantisch, oder? Jahrelang war „Digitale Souveränität“ dieses nette Nischenthema für Sonntagsreden in der öffentlichen Verwaltung. Doch jetzt, wo in Den Haag der IStGH in einer Hauruck-Aktion Microsoft vor die Tür gesetzt hat, um nicht politisch „abgeschaltet“ zu werden, dämmert es auch der freien Wirtschaft: Die IT-Strategie wird zum geopolitischen Risiko.
Zum Beispiel der belgische Baustoffriese Etex hat zähneknirschend den Microsoft-Vertrag um fünf Jahre verlängert. Warum? Weil eine globale Infrastruktur ohne die Hyperscaler aus den USA aktuell kaum abbildbar ist – fehlender Feature-Reichtum lässt grüßen.
Warum ist das wichtig?
Es geht nicht mehr nur um Datenschutz-Folklore. Es geht um Risikomanagement und den sogenannten „Killswitch“ – die Angst, dass Systeme aus der Ferne deaktiviert werden könnten.
- Der Kostenfaktor: Wer keine Alternative hat, schluckt jede Preiserhöhung. Die Monopolstellung der US-Anbieter (70 % Marktanteil in Europa) treibt die Preise.
- Der Innovationsstau: Ohne Big Tech ist die Modernisierung durch KI und Cloud schwierig, aber mit Big Tech begibt man sich in eine Abhängigkeit, was nicht neu ist.










