In Folge 157 von Schlaflos dank Seattle geht es um die großen Hardware-Pläne der Tech-Giganten: Apple bereitet ein Event mit Fokus auf M5-Chips und Budget-MacBooks vor, während OpenAI an eigenen physischen Geräten wie Smart Speakern und Brillen arbeitet. Ein globaler Blick zeigt Australien als neuen Hotspot für KI-Infrastruktur, während ein massiver Hack von über 600 Firewalls die Schattenseiten der Technologie beleuchtet. Strategische Schwenks bei Perplexity und kuriose Synergien zwischen autonomen Waymo-Fahrzeugen und DoorDash-Kurieren runden die Analyse ab.
Apple vor neuem Event: Kommt das nächste KI-Gerät?
Anfang März steht ein neues Event von Apple an. Die Gerüchteküche ist gut gefüllt. Diskutiert werden unter anderem:
- ein günstigeres MacBook-Modell
- ein mögliches iPhone 17e
- neue MacBooks mit M5-Chip
- aktualisierte iPads
- und vor allem neue AI-Devices
Die spannende Frage lautet jedoch nicht, welches Gerät erscheint, sondern welche Rolle KI künftig direkt in Hardware spielt. Der Markt wartet weiterhin auf ein Produkt, das künstliche Intelligenz nicht nur integriert, sondern den Umgang mit Technologie grundlegend verändert.
OpenAI: Zwischen Software-Dominanz und Hardware-Realität
Obwohl OpenAI über ein 200-köpfiges Hardware-Team verfügt, wirken die bisherigen Konzepte fast klassisch. Berichte deuten auf die Entwicklung von Smart Speakern, Lampen und Smart Glasses hin. Es stellt sich die Frage, ob diese Geräte den nächsten großen Durchbruch darstellen oder lediglich als Trägersysteme für die hauseigenen KI-Modelle fungieren. Interessant ist hierbei die Rolle von Nvidia: Der Chip-Gigant tritt in der aktuellen Finanzierungsrunde als Investor auf. Es bleibt offen, ob dies der Beginn einer tiefen strategischen Integration ist oder eine notwendige Absicherung der Lieferketten.
Australien als globaler Hub für Rechenzentren
Australien hat sich überraschend zum drittgrößten Investitionsstandort für KI-Infrastruktur entwickelt. Milliarden fließen in den Bau von Rechenzentren und den Ausbau von GPU-Kapazitäten. Die geografische Lage bietet geopolitische Stabilität abseits der bekannten Tech-Zentren, während das Land gleichzeitig von massiven Investitionen in erneuerbare Energien profitiert. Dieser Ausbau verdeutlicht, dass die Verfügbarkeit von Energie und sicheren Standorten zum entscheidenden Flaschenhals für die globale KI-Skalierung wird.
KI-gestützte Cyberangriffe: 600 Firewalls kompromittiert
Eine besonders brisante Meldung betrifft die IT-Sicherheit. Laut Berichten konnten Hacker mithilfe kommerziell verfügbarer KI-Tools innerhalb weniger Wochen über 600 Firewalls in 55 Ländern kompromittieren.
Die Ursache war selten hochkomplex. Oft genügten bekannte Schwachstellen, die durch KI lediglich schneller identifiziert wurden.
Hier entsteht ein paradoxes Szenario:
- KI beschleunigt Angriffe massiv
- gleichzeitig verlieren klassische Security-Tools an Vorsprung
- Sicherheitsstrategien müssen grundlegend neu gedacht werden
Dass dieselbe Technologie sowohl Angreifer stärkt als auch Verteidigungssysteme unter Druck setzt, zeigt, wie stark sich Cybersecurity aktuell im Wandel befindet.
Perplexity und die Abkehr vom Werbegeschäft
Der Suchmaschinen-Herausforderer Perplexity hat angekündigt, sich vorerst aus dem klassischen Werbegeschäft zurückzuziehen. Als Hauptgrund wird der Schutz des Nutzervertrauens angeführt. In einer Branche, die bisher fast ausschließlich auf Anzeigenmodellen basierte, ist dies ein mutiger Schritt. Ob es sich dabei um langfristige Weitsicht handelt oder um eine Reaktion auf die beginnende Konsolidierung des Marktes, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.
Autonomes Fahren: Wenn High-Tech menschliche Hilfe braucht
Die Aktie von DoorDash verzeichnete zuletzt deutliche Zuwächse, getrieben durch optimistische Prognosen für automatisierte Lieferketten. Eine kuriose Geschichte aus dem Alltag zeigt jedoch die Grenzen der Technik: Selbstfahrende Autos von Waymo bleiben stehen, sobald eine Tür nicht vollständig geschlossen ist. Da kein Fahrer an Bord ist, nutzt das System DoorDash-Kuriere, die gegen eine Gebühr von 11,25 Dollar ausrücken, um die Tür manuell zuzuschlagen. Dieses Beispiel illustriert anschaulich, wie hochkomplexe Systeme an trivialen Alltagssituationen scheitern können und wie Dienstleistungsnetzwerke diese Lücken füllen.










