Vibe Slop: Wenn die KI das Coden übernimmt – und keiner mehr hinschaut

Our Podcast with Sven Kramer & Sebastian Karger

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Update

Eine Hand platziert vorsichtig die oberste Spielkarte auf einem filigranen, fünfstöckigen Kartenhaus auf einem hölzernen Schreibtisch im Büro, neben einem geöffneten Laptop.

Open AI

Mario Zechner und Armin Ronacher haben Kernkomponenten gebaut, auf denen heutige AI-Coding-Agenten laufen. Jetzt warnen ausgerechnet sie davor, was ihre eigenen Werkzeuge anrichten.

"Vibe Coding" beschreibt das Phänomen, Software zu bauen, indem man einer KI in Alltagssprache erzählt, was man gerne hätte. "Slop" ist der Müll, den generative KI nebenbei produziert.

Zusammen: Code, der irgendwie funktioniert. Bis er es nicht mehr tut.

Warum ist das wichtig?

Sundar Pichai schreibt, dass 75 % des neuen Codes bei Google von KI erzeugt werden. Mark Zuckerberg hat angekündigt, dass bis Ende 2026 KI den Großteil des Codes bei Meta schreibt und reviewt. Klingt nach Effizienzrevolution.

Die Praxis sieht anders aus: GitHub musste neue Richtlinien einführen, um KI-generierten Müll aus dem weltweit größten Code-Repository herauszuhalten. Zechner berichtet, er habe gerade einen menschlichen Entwickler aus einem seiner Projekte werfen müssen – dessen KI-Agent hatte unbemerkt einen falschen Bug-Report nach dem anderen abgefeuert.

Unsere Einordnung

Es geht nicht um die Frage, ob KI eingesetzt werden sollte, sondern wie. Mit einem immer häufiger propagierten "Humans out of the loop" kauft man sich zwar Geschwindigkeit, aber auf Kredit.

Und um Catherine Wu von Anthropic zu zitieren, die für Claude Code zuständig ist: "Der Mensch hat am Ende die Verantwortung." Bemerkenswert – wenn der Tool-Hersteller selbst diesen Satz für nötig hält, sollte man kurz nachdenken.

One more: Das austrocknen der Talent-Pipeline

KI ist beim Schreiben von neuem Code deutlich stärker als beim Verstehen, Bewerten und Modernisieren von gewachsenem Code – also genau dem, was in den meisten etablierten Unternehmen liegt. Junior-Engineers werden abgebaut, weil "die KI das ja macht". Was niemand sagt: Damit trocknet auch die Talent-Pipeline aus, aus der die Senior-Engineers von übermorgen kommen sollen.

Und: Das betrifft nahezu die gesamte Wissensarbeit, nicht nur das coden.

Für unsere Kunden geht es an dieser Stelle noch weiter.
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