2025 sollte das Jahr sein, in dem die großen Versprechen eingelöst werden. Doch zwischen Keynote-Folien und der operativen Realität klafft oft eine Lücke. In der neuen Folge von Schlaflos dank Seattle machen wir keine Zukunftsprognosen, sondern eine Bestandsaufnahme. Wir prüfen Fakten gegen Marketing.
Was Sie in dieser Folge erwartet:
- Apple: Strategische Pause oder Innovationsstau?
- Browser-Kriege: Warum OpenAI und Perplexity jetzt die Infrastruktur angreifen.
- Amazon: Der Umbau zum reinen Infrastruktur-Player (Haul, Optics, Kuiper).
- Cloudflare: Wie "Pay per Crawl" das Geschäftsmodell des offenen Webs verändert.
Hier sind die zentralen Analysen aus der Episode im Detail.
Apple und TikTok: Die Plattform-Machtverschiebung
Apple sendet gemischte Signale. Während der Formel-1-Deal Medienwirksamkeit garantiert, stockt es im Kerngeschäft. Die Verzögerungen bei Siri und die schleppende Einführung von CarPlay Ultra werfen die Frage auf: Ist das die typische Apple-Geduld oder echte Orientierungslosigkeit?
Parallel dazu kämpft TikTok an zwei Fronten. In den USA bleibt die politische Zukunft unsicher, während in Europa massiv in E-Commerce investiert wird. Unsere Analyse zeigt jedoch: Social Commerce verlässt gerade erst die Anlaufphase. Skalierung sieht anders aus.
Der Kampf um den Browser und die Datenhoheit
Das vielleicht wichtigste strategische Thema der Folge: Der Browser ist wieder das zentrale Schlachtfeld. Es geht um die Kontrolle der Datenhoheit.
- OpenAI & Perplexity: Beide arbeiten an eigenen Browsern, um Google Chrome anzugreifen und die Nutzerinteraktion früher abzufangen.
- Amazon: Baut mit Projekten wie Haul, Optics und Kuiper seine Rolle als unverzichtbare Infrastruktur aus.
- Cloudflare: Startet mit "Pay per Crawl" einen Versuch, das Scraping durch KI-Firmen zu monetarisieren. Das könnte die Ökonomie für Publisher komplett verändern.
KI im Unternehmen: Von Hype zu Standard
Wir beobachten eine deutliche Verschiebung weg von generischen Chatbots hin zu Private & Sovereign AI. Das ist kein Randthema mehr, sondern Management-Standard für Datensicherheit.
Interessant ist der Blick auf Uber: Das Unternehmen nutzt seine gigantische Workforce nicht mehr nur für Fahrten, sondern skaliert Datenannotation als eigenes Geschäftsmodell. Ein Beweis dafür, dass KI-Infrastruktur oft Handarbeit bedeutet.
Insgesamt ist Folge 153 kein Ausblick, sondern eine Standortbestimmung: Ein Re-Assessment darüber, wer 2025 wirklich vorangekommen ist – und wer vor allem gut darin war, Bewegung zu simulieren.










