UPS steigert den KI Anteil in der Zollabfertigung massiv

Our Podcast with Sven Kramer & Sebastian Karger

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Update

Ein UPS-Mitarbeiter scannt Pakete an einem Förderband im Logistikzentrum

UPS

Als die USA Ende 2025 die Zollfreigrenze für Kleinsendungen kippten, sprang die Zahl der zollpflichtigen Pakete pro Tag von 13.000 auf 112.000. Normalerweise heißt so ein Sprung mehr Personal und mehr Chaos an der Grenze. Bei UPS heißt es heute: 90 % dieser Abfertigungen laufen komplett automatisch durch, dank KI und ohne "Human-in-the-loop". Ein Jahr zuvor waren es 21 %.

Warum ist das wichtig?

Ein Paket schneller durch die Halle zu schieben ist ein Logistikproblem. Ein Paket korrekt zu klassifizieren, die Dokumente zu prüfen und Fehler zu finden ist Urteilsvermögen. Und Urteilsvermögen brauchte bisher immer mehr Menschen, je größer das Volumen wurde. Genau diese Kopplung hat UPS gelöst. Das Volumen wuchs um das 9-fache und der Anteil, der einen Menschen braucht, sank dennoch von einem Fünftel auf ein Zehntel.

Der Hebel dahinter ist sogenannte agentische KI. Also Software, die eine mehrstufige Aufgabe selbstständig von Anfang bis Ende erledigt statt nur eine einzelne Frage zu beantworten. Klassifizierung, Dokumentation und Fehlerprüfung passieren nicht mehr als drei getrennte Schritte nacheinander sondern als ein durchgehender Prozess. 97 % aller Sendungen werden inzwischen am ersten Tag verzollt.

Unsere Einordnung

Die meisten KI-Projekte in Unternehmen schaffen einen Assistenten, der neben dem Mitarbeiter sitzt und ihm zuarbeitet. UPS hat den Mitarbeiter aus dem Standardfall genommen und ihn nur für die kniffligen 10 Prozent zurückgeholt. Das ist ein anderer Ansatz und ehrlicherweise auch der schwierigere. Für viele Unternehmen ist dieser Schritt auch regulatorische heute noch nicht möglich.

Die Begrifflichkeit des Assistenten und des Agenten werden hierbei gerne vermischt.

Und es funktioniert nur, wenn die Datenbasis stimmt. UPS hat parallel seine RFID-Verfolgung ausgebaut und die Fehlladungen um fast 70 Prozent gesenkt. Gute KI-Ergebnisse sind selten ein KI-Problem. Sie sind meistens ein Datenproblem, das vorher gelöst wurde.

One More: Der Tritt kam von außen

Eine Regeländerung hat über Nacht das Volumen explodieren lassen. Der Druck kam von außen und hat aus einem "Sollten wir mal angehen" ein "Ab morgen früh" gemacht. Es brauchte den externen Impuls.
Eine neue Vorschrift, einen Wettbewerber, der plötzlich schneller liefert, einen Volumensprung oder einen Kunden, der abspringt: Bei UPS traf der externe Impuls auf eine gute Vorbereitung. Und im letztem Schritt musste man einen teilweise mit Hilfe von KI automatisierten Prozess (auf Basis einer soliden Datenbasis) "nur" noch skalieren.

Für unsere Kunden geht es an dieser Stelle noch weiter.
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