Forscher haben eine komplett gefälschte Krypto-Firma namens Ballena Azul aufgebaut. Nicht um Geld zu verdienen, sondern um mutmaßliche nordkoreanische IT-Kräfte anzulocken und fünf Wochen lang beim Arbeiten zu beobachten. Die "Entwickler" bewarben sich mit US-Ausweisen, lösten Programmieraufgaben und hatten keine Ahnung, dass die ganze Firma gar nicht wirklich existierte.
Am Ende hinterließen sie Chatlogs, Wallet-Daten, VPN-Knoten und stundenlanges Videomaterial. Eine Goldgrube für die Ermittler.
Der eigentliche Clou ist aber nicht die Spionage-Geschichte. Es ist die Erkenntnis, wie diese Leute an ihre Jobs kommen. Nämlich über ganz normale Bewerbungsprozesse, verifizierte Konten und freundliche Freelancer im Westen, die ihren Laptop gegen Bezahlung fernsteuern lassen.
Warum ist das wichtig?
Sobald so jemand eingestellt ist, hat er legitimen Zugang zu internen Systemen, Quellcode und sensiblen Daten. Je länger er unentdeckt bleibt, desto länger fließt Gehalt und dieses Geld hilft laut Ermittlern am Ende, das nordkoreanische Regime zu finanzieren. Das US-Finanzministerium schätzt die Einnahmen solcher Schemata auf fast 800 Millionen Dollar allein für 2024.
Das Bemerkenswerte an den beobachteten Arbeitern war ihre Improvisation. Kein glatter Prozess, kein festes Drehbuch. Stattdessen ChatGPT fürs Coden und Beantworten von Aufgaben, an denen sie selbst scheiterten und Gemini fürs Fälschen von Dokumenten und Bildern.










