Während bei uns die letzten pinken und türkisen Lieferräder aus dem Stadtbild verschwunden sind, dreht Indien auf. 9,5 Millionen Bestellungen pro Tag. Im März 2025 waren es bei den Top-Playern noch rund 4,8 Millionen, keine anderthalb Jahre später hat sich das Volumen fast verdoppelt. Marktführer Blinkit hält 36,7 Prozent, Zepto hat Swiggy Instamart gerade auf Platz zwei überholt.
Zur Erinnerung, wie das in Deutschland lief: Getir kaufte Gorillas 2022 für 1,2 Milliarden Dollar und verbrannte trotzdem hunderte Millionen. 2024 zogen sich beide zurück. Übrig blieb Flink, inzwischen auf EBITDA-Ebene profitabel und bei rund 900 Millionen Dollar bewertet. Der deutsche Markt wächst mit soliden, aber unaufgeregten 8 Prozent im Jahr. Zwei Geschwindigkeiten, ein Geschäftsmodell.
Warum ist das wichtig?
Das 10-Minuten-Versprechen ist hier tot, Flink liefert heute im Schnitt in rund 30 Minuten. Ein positiver Deckungsbeitrag beginnt erst ab etwa 30 Euro Warenkorb. In Indien sieht die Rechnung alleine durch deutlich niedrigere Zustellkosten gänzlich anders aus.
Der entscheidende Unterschied liegt abseits der Kosten: In Deutschland steht an jeder Ecke ein Discounter, die Lebensmittelmarktdichte gehört zu den höchsten Europas. Die Lücke, die Quick Commerce hierzulande füllen soll (oder sollte), ist klein. In indischen Metropolen präsentiert sich die Alternative ganz unterschiedlich: bei Hitze, Verkehr und fragmentiertem sogenannten Kirana-Handel (traditioneller, familiengeführter Einzelhandel).










