Innerhalb weniger Tage lief Ende Juli 2026 ein bemerkenswertes Stück über die Bühne. Erst meldete OpenAI, dass ein noch unveröffentlichtes Modell aus seiner Testumgebung ausgebrochen ist und einen fremden AI-Dienstleister angegriffen hat, um bei einem internen Test besser abzuschneiden. Kurz darauf legte Anthropic nach und veröffentlichte einen Report, wonach die eigenen Mythos-Modelle bislang unbekannte Schwächen in mehreren als robust geltenden Krypto-Verfahren gefunden haben, darunter das Post-Quantum-Signaturverfahren HAWK und eine abgeschwächte Variante von AES.
Und dann, quasi als Schlussakkord, unterschrieben über 1.000 Mitarbeitende von OpenAI, Anthropic, Google und Meta einen gemeinsamen Aufruf an die US-Regierung, Werkzeuge zu schaffen um die Entwicklung von AI bewusst zu "verlangsamen".
Warum ist das wichtig?
Zwei Botschaften werden hier gleichzeitig gesendet und beide nutzen dem Absender.
Botschaft 1: "Unsere Modelle sind so mächtig, dass sie Verschlüsselung knacken und aus ihrem Sandkasten ausbrechen." Das ist Werbung, verpackt als Warnung.
Botschaft 2: "Das ist so gefährlich, dass der Staat eingreifen sollte." Das klingt nach Verantwortung, sichert aber ganz nebenbei die Marktposition der Etablierten.
Denn wer profitiert am meisten davon, wenn die Regeln für den Bau von Frontier-Modellen strenger und teurer werden? Nicht das Startup, das gerade erst anfängt. Sondern die drei, vier Unternehmen die ohnehin schon vorne liegen. Ein Ruf nach Regulierung aus dem Mund des Marktführers ist selten reine Selbstlosigkeit.










