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Update

Screenshot des Audi Revolut F1 Team Onlineshops mit Models in Adidas schwarzer Premium-Fanwear vor dunkelgrauem Hintergrund und gelb-orangem Akzent rechts.

Audi F1

Adidas betreibt zukünftig als Ecommerce-as-a-Service den kompletten Online-Shop des Audi-F1-Teams – Storefront, Checkout in 100 Währungen, Logistik aus Deutschland in über 200 Länder, 24/7-Service. Audi muss dafür nichts tun. Oder, in den Worten des verantwortlichen Adidas-Managers: der Partner könne sich zurücklehnen und die Show genießen. Der Kunde im Shop merkt von alledem nichts – er denkt, er kauft bei Audi.

Das ganze war in acht Wochen live und ist laut Adidas ein Geschäft mit über 100 Millionen Dollar Potenzial. Betrieben von aktuell einem Merchandiser, einem Informatiker und einer Person für den Site-Betrieb. Plus einer Reihe KI-Agenten.

Warum ist das wichtig?

Erstens: Adidas verwandelt eine Fähigkeit, die es jahrelang nur für sich selbst aufgebaut hat (globaler Handel), in ein Produkt für andere. Das Muster kennt man – AWS war mal bloß Amazons interne Server-Infrastruktur, bevor es zum Milliardengeschäft wurde. Aus „Kostenstelle" wird „Umsatzquelle".

Zweitens: KI-Agenten kippen die Stückkosten. Bei 20, 30 verschiedenen Shops kann man nicht jeden mit einer Person betreuen – entweder man stellt eine Armee an Merchandisern ein oder man nimmt KI. Genau das ist der Hebel: Erst wenn der zusätzliche Shop kaum noch zusätzliche Menschen bedarf, rechnet sich ein dreistelliges Millionengeschäft mit einem Mini-Team.

Unsere Einordnung

Der Star ist nicht der KI-Agent aus der Demo, sondern die langweilige Infrastruktur, die Adidas längst hatte – Logistik, Zahlung, Service in 200 Ländern. Die KI macht sie nur skalierbar.

Aber mit einer Pointe zum Schluss, weil wir nicht alles glauben, was auf einer Bühne erzählt wird: Adidas baut sein EaaS selbst nicht auf einer dieser Plattformen, sondern auf Salesforce. Der vermeintliche Disruptor ist also selbst nur Mieter. Und die 100 Millionen plus das Drei-Personen-Team stammen von einer Vendor-Hausmesse – die Zahl würden wir also kritisch betrachten. Der strategische Zug dahinter ist trotzdem echt.

One more: Die Frage für das nächste Management-Meeting

Eine Frage fürs nächste Management-Meeting, fünf Minuten, kein Slide nötig:

Welche Fähigkeit betreiben wir intern auf Top-Niveau – und behandeln sie als Kostenstelle statt als Produkt?

Nicht abstrakt („unsere Digitalstrategie"), sondern konkret: der eigene Retourenprozess, die Lieferantenanbindung, das Datenmodell... Und direkt hinterher: Wer außerhalb des eigenen Hauses hätte dafür Geld übrig? Wenn man auf beide Fragen schnell eine Antwort findet, hat man die Skizze für ein potenziell neues Geschäftsmodell.

Für unsere Kunden geht es an dieser Stelle noch weiter.
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