Die aktuelle Folge Schlaflos Dank Seattle ist wieder gefüllt mit vielen spanndenden Themen. Von Googles strategischem Umbau der Suchergebnisse bis hin zu autonomen Agenten, die bald den digitalen Alltag steuern könnten.
Google wird zur Antwortmaschine
Google hat eine UI-Änderung eingeführt, die weitreichende Folgen für das offene Web hat. Durch den prominenten Mehr anzeigen Button bei KI-Zusammenfassungen werden Nutzer direkt in einen Chat-Modus gezogen. Klassische organische Suchergebnisse rücken dadurch in den Hintergrund oder verschwinden fast vollständig.
Dies markiert einen strategischen Shift: Google baut den eigenen Walled Garden konsequent aus. Da Gemini mittlerweile leistungsstark genug ist, müssen User seltener auf externe Webseiten weitergeleitet werden. Für Webseitenbetreiber bedeutet das einen massiven Druck auf die Sichtbarkeit und den Traffic.
Apples bröckelndes Ökosystem
Während Google die eigenen Mauern festigt, zeigen sich bei Apple Risse. Das geschlossene System, das jahrelang als Apples größte Stärke galt, wirkt im KI-Zeitalter verwundbar. Siri und die angekündigte Apple Intelligence bleiben bisher hinter den Erwartungen zurück.
Die Kooperationen mit OpenAI und potenziell Google sind in diesem Kontext weniger eine Kür als vielmehr eine Pflicht, um den Anschluss nicht zu verlieren. Es besteht das Risiko, dass das Apple-Nutzererlebnis zu einem Flickenteppich aus verschiedenen Partner-KI-Diensten wird, statt wie gewohnt alles aus einer Hand zu bieten.
KI in der Filmproduktion und die Old Economy
Amazon nutzt KI-Tools bei MGM, um die Film- und TV-Produktion effizienter zu gestalten. Offiziell sollen diese Werkzeuge unterstützend wirken. Es bleibt die Frage offen, ob dies zu innovativeren Inhalten führt oder lediglich die Flut an austauschbarem Content vergrößert. Klar ist jedoch: Am Ende profitiert vor allem die Infrastruktur von AWS.
Parallel dazu erweist sich die Old Economy als großer Profiteur des aktuellen Booms. Zulieferer, Materialhersteller und Infrastruktur-Player erleben durch den Bau neuer Datacenter einen zweiten Frühling. Jede Tech-Welle bringt Gewinner hervor, die oft erst auf den zweiten Blick sichtbar werden.
Autonome Agenten: OpenClaw und Moltbook
Der nächste große Entwicklungsschritt ist der Übergang von der rein antwortenden KI zur handelnden KI. Mit Open-Source-Projekten wie OpenClaw entstehen autonome Agenten, die eigenständig E-Mails schreiben, Termine verwalten oder Systemzugriffe ausführen.
- Potenzial: Enorme Effizienzsteigerung durch automatisierte Workflows.
- Risiken: Sicherheitslücken, mangelnde Kontrolle und manipulative Dynamiken.
Konzepte wie Moltbook, ein soziales Netzwerk für KI-Agenten, oder das Modell Rent a Human zeigen die Richtung der Entwicklung. Dabei fungiert der Mensch teilweise nur noch als ausführende Instanz für die Entscheidungen einer KI. Dies wirft dringende Fragen zu Transparenz und Vertrauen in digitalen Prozessen auf.










