Agentic Commerce – Der wilde Westen im Warenkorb

Our Podcast with Sven Kramer & Sebastian Karger

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Update

Amazon

Der Retail hat die letzten Tage Schnappatmung bekommen und die News zu Agentic-Commerce überschlagen sich. Der Kampf um die letzte Meile zum Kunden verlagert sich vom Browser in den Chatbot. Willkommen im Zeitalter des "Agentic Commerce".
Da ist zum einen Microsoft, das seinem Copilot nun einen "Kaufen"-Button spendiert. Dank des neuen "Agentic Commerce Protocol" (entwickelt mit OpenAI und Stripe) sollen Nutzer bei Händlern wie Urban Outfitters oder via Shopify direkt im Chat shoppen, ohne jemals die Website des Händlers zu besuchen.

Dann grätscht Amazon rein – und zwar mit gestrecktem Bein. Mit der neuen Beta-Funktion "Buy for Me" in der Shopping-App bietet der Alles-Verkäufer nun an, Produkte für Kunden zu kaufen, die Amazon selbst gar nicht im Sortiment hat. Ein KI-Agent übernimmt dabei den Checkout auf der fremden Webseite im Namen des Kunden. Das sorgt bereits für Zündstoff: Händler berichten empört, dass Amazon ihre Webshops ohne Erlaubnis gescrapt und Produkte in der Amazon-App gelistet hat – Bestellungen kamen dann von ominösen "buyforme.amazon"-Adressen. Ein Opt-in? Fehlanzeige.

Und Google? Die spielen den Doppelagenten. Einerseits mimt Google den "Partner" und bietet Retailern wie Lowe’s oder Kroger mächtige Software an, um eigene KI-Agenten auf deren Websites zu betreiben. Andererseits greift Google nun selbst frontal an: Im Gemini Chatbot und via "Branded Chatbots" in der Suche können Nutzer künftig direkt einkaufen.

Warum ist das wichtig?

  • Der Kampf der Standards: Google ("Universal Commerce Protocol") gegen OpenAI/Microsoft ("Agentic Commerce Protocol"). Wer hier den Standard setzt, kontrolliert den digitalen Handelsfluss.
  • Kontrollverlust: Wenn Microsoft oder Amazon den Kaufabschluss übernehmen, wird der Händler zum reinen Logistik-Dienstleister im Hintergrund degradiert. Cross-Selling, Marken-Erlebnis und Kundenbindung? Finden im Chatbot statt, nicht im Shop. Das ist nicht neu, aber bisher konnte man sich bewusst dagegen entscheiden, auf Marktplätzen aktiv zu sein.
  • Aggressive Expansion: Amazons "Buy for Me" zeigt, dass Barrieren zwischen Plattformen fallen. Amazon will zur universellen Fernbedienung für den gesamten E-Commerce werden – egal, wer die Ware eigentlich lagert.

Unsere Einordnung

Das wird ein harter Machtkampf um die Schnittstelle zum Kunden. Amazons Vorgehen ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten – und genau deshalb vermutlich brillant,  wenn auch juristisch sicher bald spannend. Sie lösen das Problem "Amazon hat nicht alles" einfach dadurch, dass sie sich ungefragt vor jeden anderen Shop klemmen. Aus Kundensicht ("One app for everything") ein Traum, für unabhängige Brands ein Albtraum.

Für unsere Kunden geht es an dieser Stelle noch weiter.
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