Wero: Fehlschlag mit Ansage oder europäischer Befreiungsschlag?

Unser Podcast mit Sven Kramer & Sebastian Karger

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Die digitale Welt dreht sich schnell! Dieser Artikel wurde vor mehr als 180 Tage veröffentlicht. Während die grundlegenden Überlegungen weiterhin relevant sein können, entsprechen möglicherweise nicht mehr alle Details oder Daten dem heutigen Stand. Benötigen Sie tagesaktuelle Einschätzungen? Sprechen Sie uns gerne an!

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Update

Zwei Personen halten Smartphones über einem Holztisch und nutzen Banking-Apps (Wero/Konten) für Überweisungen und Finanzübersichten. Im Hintergrund ein Laptop.

Wero

Die europäische Bankenwelt versucht mit Wero, das nächste Kapitel im Buch „Wir bauen ein eigenes PayPal“ zu schreiben. Zwei Jahre nach dem Start zeichnet sich jetzt ein nicht unbekanntes Bild ab: Die großen deutschen Onlinehändler wie Otto, Zalando oder Ikea schauen sich das Spektakel seit Monaten von der Seitenlinie aus an, ohne sich zu bewegen. Rewe hat eine Integration vorerst sogar komplett ausgeschlossen. Während die European Payments Initiative (EPI) von digitaler Souveränität träumt, bleibt der Warenkorb in der Realität leer.

Warum ist das wichtig?

Ein Bezahlsystem lebt von der Akzeptanz. Wenn drei Viertel der Händler eine abwartende Haltung einnehmen, fehlt dem System der notwendige Netzwerkeffekt. Für Entscheider bedeutet das: Ein Investment in eine Technologie, die keine kritische Masse erreicht, ist verbranntes Kapital. Wero muss sich erst noch beweisen, bevor es als ernsthafte Alternative im Checkout-Prozess gelten kann.

Unsere Einordnung

Wir waren schon bei paydirekt skeptisch und haben diese Bedenken auch in diversen Bankvorständen offen platziert. Die Geschichte wiederholt sich: Es wird massiv Kapital in ein Projekt gepumpt, das politisch gewollt, aber am Markt vorbei entwickelt ist. Auch wenn es diesmal nicht ganz so katastrophal aussieht.

Wero fehlen schlicht die globalen Skaleneffekte, die ein Gigant wie PayPal bietet. Hinzu kommt eine Fehlinterpretation der Nutzerpsychologie: Wir bezweifeln stark, dass der Endverbraucher ein so hohes (abstraktes) Sicherheitsbedürfnis hat, um die Bequemlichkeit und Reichweite etablierter US-Dienste gegen ein rein europäisches System einzutauschen. Solange der Mehrwert für den Kunden nicht über „Es ist aus Europa“ hinausgeht, bleibt Wero ein teures Liebhaberprojekt der Bankenwelt.

One more: Die Souveränitäts-Illusion

Wer glaubt, mit Wero zumindest die „digitale Souveränität“ zu kaufen, sollte das Kleingedruckte lesen.

Die European Payments Initiative (EPI) hat bestätigt, dass wesentliche Teile der IT-Infrastruktur über die Server von Amazon Web Services (AWS) laufen. Damit unterliegen die Transaktionsdaten potenziell dem US-amerikanischen CLOUD Act, was US-Behörden Zugriff ermöglicht.

Wer also den Anschluss an eine echte, unabhängige Infrastruktur verpassen will, investiert weiter in Lösungen, die das Label „Made in Europe“ tragen, aber im Maschinenraum auf US-Technologie setzen. Echte Souveränität sieht anders aus – und sie beginnt nicht mit einem Hosting bei Amazon

Für unsere Kunden geht es an dieser Stelle noch weiter.
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