VISA: Stablecoins für KI "zwingend" erforderlich

Unser Podcast mit Sven Kramer & Sebastian Karger

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Die digitale Welt dreht sich schnell! Dieser Artikel wurde vor mehr als 180 Tage veröffentlicht. Während die grundlegenden Überlegungen weiterhin relevant sein können, entsprechen möglicherweise nicht mehr alle Details oder Daten dem heutigen Stand. Benötigen Sie tagesaktuelle Einschätzungen? Sprechen Sie uns gerne an!

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Update

Präsentation von Open USD: Text überschrieben mit „a shared stablecoin for global financial activity“ und Erläuterung zur offenen Finanzinfrastruktur.

Opem Standard

Visa hat gemeinsam mit der Analysefirma Artemis ein Papier veröffentlicht. Die These: In der KI-Ökonomie brauche es Stablecoins, weil Kartenzahlungen für die neue Art von Zahlungen zu teuer seien. Klingt erstmal nach der üblichen Krypto-Euphorie, aber der Kern des Arguments ist überraschend nüchtern und trifft einen echten Punkt.

Die Idee: Wenn KI-Agenten selbstständig handeln, zerfällt der Zahlungsverkehr in zwei Welten. Oben der Makro-Commerce, bei dem ein Agent für euch einen Flug bucht oder ein Abo verwaltet. Ganz normale Beträge, die weiter über Karten laufen. Und unten eine völlig neue Schicht, den Mikro-Commerce, bei dem Software im Sekundentakt andere Software bezahlt. Für einen einzelnen API-Aufruf, eine Sekunde Rechenzeit, einen Datenabruf. Beträge im Bereich von Bruchteilen eines Cents, tausendfach pro Stunde.

Warum ist das wichtig?

Ein Flug kostet weiter, was ein Flug kostet. Was passiert ist etwas anderes: Am unteren Rand der KI-Ökonomie entsteht, so die Theorie, eine gigantische Menge winziger Maschine-zu-Maschine-Zahlungen, die es im menschlichen Handel schlicht nie gab.

Und da beißt sich das Kartenmodell. Eine Kartentransaktion hat feste Kosten pro Vorgang. Bei 80 Euro fallen ein paar Cent Gebühr nicht auf. Bei 0,001 Euro ist die Gebühr ein Vielfaches des eigentlichen Betrags. Das rechnet sich strukturell nicht, egal wie effizient der Anbieter arbeitet. Karten haben eine Kostenuntergrenze pro Transaktion. Unterhalb davon wird jede Zahlung zum Minusgeschäft.

Unsere Einordnung

Karten sind für Zahlungen unterhalb eines gewissen Betrags nicht gebaut und werden es auch nicht mehr. Wenn Software wirklich anfängt, Software zu bezahlen, braucht es dafür etwas anderes.

Der Einwand, Blockchains seien zu langsam, trifft übrigens vor allem Bitcoin und Ethereum. Neuere Netze wickeln in Bruchteilen einer Sekunde ab. Bei Karten dauert die eigentliche Geldbewegung dagegen ein bis drei Tage, auch wenn die Freigabe an der Kasse sofort kommt.

Das eigentliche Problem liegt woanders und Visa benennt es selbst. Für Zahlungen in Menschengeschwindigkeit gibt es Rückbuchungen und Beweisregeln. Für Agenten, die tausende Male pro Stunde zahlen, gibt es das noch nicht. Wer haftet, wenn ein Agent Unsinn kauft?

One More: Warum Visa das alles überhaupt erzählt

Visa verdient an jeder Kartenzahlung mit. Genau dieses Modell ist bei winzigen Maschinenzahlungen tot, weil die Fixkosten pro Vorgang zu hoch sind. Läuft diese neue Schicht komplett über Stablecoins, verliert Visa einen ganzen Zukunftsmarkt.

Visa ist aber vorbereitet und hat sich mit Stripe, Mastercard, BlackRock und Coinbase an dem Stablecoin Open USD beteiligt und teilt sich die Erträge aus dessen Reserven. Damit verdient Visa künftig auf beiden Seiten. An den Karten für die großen Zahlungen und an Open USD für die kleinen.

Kluges Spiel. Aber auch der Grund, ein Papier, das den eigenen neuen Geschäftszweig als unausweichliche Zukunft beschreibt, mit etwas Skepsis zu lesen.

Für unsere Kunden geht es an dieser Stelle noch weiter.
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