Tech-News #155: Agentic Commerce, KI-Monetarisierung und die Chip-Geopolitik

Unser Podcast mit Sven Kramer & Sebastian Karger

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Die digitale Welt dreht sich schnell! Dieser Artikel wurde vor mehr als 180 Tage veröffentlicht. Während die grundlegenden Überlegungen weiterhin relevant sein können, entsprechen möglicherweise nicht mehr alle Details oder Daten dem heutigen Stand. Benötigen Sie tagesaktuelle Einschätzungen? Sprechen Sie uns gerne an!

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Update

KI

In der neuesten Ausgabe unseres Podcasts Schlaflos dank Seattle analysieren wir die strategischen Verschiebungen im E-Commerce und die wachsende Macht der KI-Infrastruktur. Von Amazons Alleingang bei Shopping-Agenten bis hin zu OpenAIs neuen Provisionsmodellen decken wir die entscheidenden Trends für digitale Entscheider ab.

Amazons Strategie im Agentic Commerce

Während Google auf offene Protokolle setzt, verfolgt Amazon einen geschlossenen Ansatz. CEO Andy Jassy signalisiert zwar eine theoretische Gesprächsbereitschaft, doch in der Praxis blockiert Amazon externe KI-Agenten. Mit dem Tool Buy for Me testet der Konzern stattdessen einen eigenen Agenten, der Einkäufe auf fremden Webseiten erledigt.

Amazon möchte kein einfacher Datenlieferant in einem offenen Ökosystem sein. Das Ziel bleibt die Absicherung des eigenen Advertising-Bereichs. Die Weiterentwicklung von Alexa zu Alexa Plus spielt hierbei eine zentrale Rolle, um die Kundenschnittstelle vollständig zu kontrollieren.

OpenAI und die Shopify-Integration

Ein Wendepunkt in der Monetarisierung von KI im Handel ist die Kooperation zwischen OpenAI und Shopify. OpenAI fordert eine Provision von etwa 4 Prozent auf Transaktionen, die über den Chat abgeschlossen werden. Für Händler stellt sich eine strategische Frage. Die Gebühr ist im Vergleich zu klassischen Marktplätzen moderat, doch das Risiko der Austauschbarkeit steigt. Wer seine Marke nicht durch exzellente Produktdaten und KI-Readiness schützt, wird in der Chat-Schnittstelle zum gesichtslosen Zulieferer.

Werbung in ChatGPT: Hohe TKPs und Premium-Branding

OpenAI führt kontextuelle Werbung für Nutzer der kostenlosen Version und günstiger Abos ein. Mit einem Tausend-Kontakt-Preis (TKP) von rund 60 US-Dollar positioniert sich die Plattform im absoluten Premium-Segment. Unternehmen können hier von First-Mover-Effekten profitieren. Gleichzeitig steht die Neutralität der KI-Antworten auf dem Prüfstand, was das Nutzervertrauen langfristig beeinflussen könnte.

Die KI-Infrastruktur und globale Lieferketten

Hinter der Softwareebene tobt ein Kampf um Hardware und Effizienz. Wir beleuchten in dieser Folge folgende Entwicklungen:

  • Microsoft Maia 200: Eigene Chips sollen die explodierenden Kosten für die Inferenz senken und die Abhängigkeit von Nvidia verringern.
  • Nvidia und CoreWeave: Die Strategie des Vendor-Financings sichert Nvidia Marktmacht und Absatzwege.
  • Deep Tech in der Industrie: Sogar Unternehmen wie der Sanitärhersteller Toto profitieren vom Boom, da Spezialkeramik für die Halbleiterfertigung essenziell ist.

Geopolitisch zeigt sich eine klare Kante. China verzichtet trotz US-Freigabe auf den Import von Nvidia H200 Chips und forciert stattdessen die heimische Chip-Autarkie.

Professioneller Betrug durch KI-Tools

Abschließend betrachten wir die Schattenseiten. Die reine Anzahl an Scam-Versuchen stagniert zwar, aber die Qualität der Angriffe erreicht ein neues Level. Deepfakes und automatisiertes Social Engineering machen Betrugsfälle deutlich schadensintensiver. Die technologische Hürde für Kriminelle sinkt durch leicht verfügbare KI-Werkzeuge massiv.

Für unsere Kunden geht es an dieser Stelle noch weiter.
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