Amazon und Google: Der Milliarden-Dollar-Flex

Unser Podcast mit Sven Kramer & Sebastian Karger

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Die digitale Welt dreht sich schnell! Dieser Artikel wurde vor mehr als 180 Tage veröffentlicht. Während die grundlegenden Überlegungen weiterhin relevant sein können, entsprechen möglicherweise nicht mehr alle Details oder Daten dem heutigen Stand. Benötigen Sie tagesaktuelle Einschätzungen? Sprechen Sie uns gerne an!

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Update

Amazon

Eigentlich sollte dieser Februar das große „Plopp“ der KI-Blase markieren. Die Prognosen waren düster: Sobald die Tech-Riesen ihre Investitionspläne (Capex) für 2026 offenlegen, würde der Markt realisieren, dass die Rechnung nicht aufgeht. Doch statt Katerstimmung gibt es eine neue Eskalationsstufe: Amazon schockt die Börse mit einer geplanten Investition von 200 Milliarden Dollar für das laufende Jahr. Google (Alphabet) zieht mit bis zu 185 Milliarden Dollar nach.

Warum ist das wichtig?

BigTech mutiert zum Infrastruktur-Giganten. Amazon investiert massiv in eigene Chips, Robotik und Satelliten. Während Anleger kurzzeitig nervös wurden – die Amazon-Aktie sackte zeitweise um 8 % ab – zeigt der Trend: Wer die Rechenpower und die Hardware kontrolliert, kontrolliert das nächste Jahrzehnt. Dass Amazon investieren muss, ist bei der Marge absolut nachvollziehbar und auch wenn die 200 Milliarden Dollar sich sicher rechnen lassen, übersteigt es das BIP ganzer Staaten.

Parallel treibt der KI-Boom die Stromnachfrage massiv an. In den USA könnten Rechenzentren in zwei Jahren bereits 12 % der gesamten Netzkapazität beanspruchen. Das veraltete Stromnetz kommt hier schon jetzt nicht mehr mit. Siemens Energy reagiert darauf mit dem Bau der weltweit größten Anlage für Stromnetz-Ausrüstung in Mississippi , da die USA aktuell als „heißester Strommarkt der Welt“ gelten.

Unsere Einordnung

Man muss diese Rekordsummen „nach oben relativieren“. Amazon und Google hängen nicht mehr nur bei Nvidia „an der Zitze“. Sie entwickeln eigene Chips. Wenn Amazon 200 Milliarden Dollar investiert, fließt ein erheblicher Teil in die eigene Wertschöpfung. Das bedeutet: Mit dem gleichen Dollar-Einsatz kaufen sie deutlich mehr Computing-Power ein als jedes andere Unternehmen, das Retail-Preise für Grafikkarten zahlt.

Gleichzeitig verschaffen sie sich den nötigen finanziellen Atemzug, um das eigentliche Nadelöhr zu lösen: Energie. Während ein Rechenzentrum in zwei Jahren steht, wartet man in Europa teilweise sieben Jahre auf den Netzanschluss. Ein schlechter Witz für die digitale Ökonomie. Siemens Energy reagiert bereits und investiert eine Milliarde Dollar in den USA, um die Produktion für Stromnetz-Ausrüstung und Gasturbinen massiv auszubauen. Sie haben bereits Aufträge und Reservierungen für rund 20 Gigawatt in den Büchern – das entspricht der Kapazität von etwa 20 Atomkraftwerken.

Unser Fazit: Die Capex-Schlacht ist kein reiner KI-Hype, sondern ein brutaler Kampf um physikalische Infrastruktur. Wer den Strom und die Chips hat, gewinnt. Der Rest wartet auf den Elektriker.

Für unsere Kunden geht es an dieser Stelle noch weiter.
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