Der Wocheneinkauf, jetzt mit Prompt

Our Podcast with Sven Kramer & Sebastian Karger

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Update

Handgeschriebene Einkaufsliste „Weekly Grocery List“ auf zerknülltem Papier neben einem Stift auf Holztisch. Die Punkte fordern günstige, biologische und regionale Produkte.

OpenAI

First of all... Manchmal fragen wir uns, welchen Ursprung gewisse Zahlen haben.

36 % der Konsumenten haben angeblich in den letzten sechs Monaten KI-Tools oder LLMs genutzt, um Lebensmittel einzukaufen. Zwei Drittel davon zum Preisvergleich, 47 % für Produktrecherche, 28 % haben den Kauf bereits direkt über ein KI-Tool abgeschlossen.
Leider liegen wenig Information darüber vor, wie die Zahlen entstanden sind (Wocheneinkauf vs. Spezialitäteneinkauf, Zielgruppe, Land etc.), aber Grund genug für uns, sich das genauer anzuschauen.

Warum ist das wichtig?

Auch wenn die Deutung der Zahlen Fragen offen lässt, hätten selbst die Hälfte der Nutzer Potenzial für Verwerfungen.

Ein typischer Wocheneinkauf besteht aus 30 bis 50 Artikeln, von denen vielleicht 5 eine echte Entscheidung sind. Der Rest ist Autopilot: Milch, Butter, Toilettenpapier, Nudeln, Müsli, Spülmittel. Produkte, bei denen niemand morgens vor dem Regal steht und über Markenidentität nachdenkt. Genau diese Kategorie nennt der Handel "Low Involvement" – und genau hier funktioniert die KI nicht als Helfer, sondern als Vollersatz.

Unsere Einordnung

Der Dauerauftrag wird zum neuen Loyalty-Programm. Du sagst deinem Agent einmal "1,5 % Milch, Bio, mindestens 7 Tage MHD, günstigster Anbieter im Umkreis". Ab dann entscheidet das Modell – jede Woche neu, vollkommen markenagnostisch. Die "Wir kaufen seit 15 Jahren Weihenstephan"-Bindung hält genau bis zum ersten Preisvorteil von 12 Cent. Nur beim Bier würde der Spaß aufhören und die Marke noch entscheidend sein. 🍻

Lieferung wird zur Killer-Variable. Beim emotionalen Vor-Ort-Wocheneinkauf gewinnt das Erlebnis. Beim agentengesteuerten gewinnt, wer Donnerstag 17 Uhr im Zeitfenster liefern kann. EDEKA, Picnic, Flink, Rewe, Amazon Fresh – wer liefern kann, hat die Nase vorn.

One more: Die unbequeme Botschaft

Der LEH lebt seit Jahrzehnten davon, dass Convenience und Gewohnheit irrationale Kaufentscheidungen produzieren. Eine KI ist genau dafür gebaut, diese Irrationalität wegzurechnen.

Im klassischen Wocheneinkauf sind 70-80 % der Artikel reine Commodity. Bei Commodity gewinnt der, der den niedrigsten Preis und die beste Logistik hat – nicht der mit dem schönsten Markt. Solange der Mensch einkauft, schützt die Bequemlichkeit ("ich bin eh schon da") die Margen. Sobald der Agent einkauft, fällt dieser Schutz weg.

Für unsere Kunden geht es an dieser Stelle noch weiter.
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