Brain-Computer-Interfaces (BCIs) sind Implantate, die das Gehirn direkt mit Maschinen verbinden. Science Corp, Neuralink, Cortec – sie alle arbeiten daran, neurologische Schäden zu überbrücken oder Hirnfunktionen technisch zu erweitern.
Science Corps Netzhaut-Implantat "Prima" gibt Blinden das Sehen zurück. Das Freiburger Startup Cortec lässt Schlaganfallpatienten wieder einzelne Finger bewegen und das Computerspiel Pong mit reinen Gedanken spielen.
Warum ist das wichtig?
84 % der klinischen Studienpatienten konnten mit "Prima" wieder Buchstaben lesen und noch in diesem Jahr soll die europäische Marktzulassung folgen.
Es entsteht zunehmend eine Industrie (erstaunlicherweise auch in Freiburg), die Gesundheit, Hardware und KI in einem Gerät zusammenführt. Das ist Plattform-Denken auf molekularer Ebene. Als weiteres Beispiel Cortecs Ansatz: ein System, viele Indikationen – Schlaganfall, Epilepsie, Depression, Querschnittslähmung. Wer die Plattform kontrolliert, kontrolliert irgendwann den Zugang zu neuronaler Therapie weltweit.
Unsere Einordnung
Die meisten sehen BCIs noch als Nischenthema für Medizin-Nerds. Nur: Technologien, die im Krankenhaus starten, landen irgendwann im Alltag – Cochlea-Implantate, Herzschrittmacher, continuous glucose monitoring. Das Muster ist bekannt. Und abzuwarten, bis die US-Konkurrenz die Plattformökonomie dahinter monopolisiert hat, sollte nicht schon wieder das Playbook sein.
Und noch eins: Die Iterationsgeschwindigkeit ist heute brutal hoch, die Venture-Kapital-Ströme enorm, und die Zulassungsbehörden lernen gerade, wie sie das regulieren sollen. Für wen das relevant wird? Für alle, die in Healthcare, Insurance, Human Augmentation oder schlicht in Produktivitätssteigerung denken, wie es Max Hodak von Science es sieht.










