Exportkontrolle und Sanktionslistenprüfung ist für international tätige Industrieunternehmen ein sensibles und zugleich hoch relevantes Thema. Kunden, Länder, Güter, Ersatzteile und Lieferwege müssen sorgfältig geprüft werden, bevor Angebote, Aufträge oder Lieferungen freigegeben werden können. In vielen Unternehmen erfolgt diese Prüfung jedoch noch stark manuell, verteilt über verschiedene Systeme und Wissensquellen. Das führt zu hohem Aufwand, Medienbrüchen und Unsicherheit im Prozess: Welche Informationen sind relevant? Welche Prüfungen wurden bereits durchgeführt? Gibt es Auffälligkeiten bei Kunden, Ländern, Endverwendungen oder Produktgruppen? Und wie wird die Entscheidung nachvollziehbar dokumentiert?
Liquam entwickelt gemeinsam mit dem Kunden eine KI-gestützte Lösung zur Unterstützung der Exportkontrolle. Ziel ist es, relevante Vorgangs-, Kunden-, Länder- und Produktinformationen automatisiert zusammenzuführen, Hinweise auf mögliche Prüfpflichten zu erkennen und die zuständigen Fachbereiche bei der Bewertung und Dokumentation zu unterstützen.
Die Lösung ersetzt dabei nicht die finale fachliche oder rechtliche Entscheidung, sondern schafft Transparenz, strukturiert vorhandene Informationen und reduziert den manuellen Recherche- und Dokumentationsaufwand.
Ein Beispiel aus der Praxis:
Ein international tätiges Industrieunternehmen stand vor der Herausforderung, exportrelevante Prüfungen effizienter, nachvollziehbarer und besser in die bestehenden Prozesse einzubinden. Informationen lagen verteilt in ERP-Systemen, Dokumenten, E-Mails, Produktdaten und internen Regelwerken vor.Ziel war es, einen digitalen Prüf- und Assistenzprozess aufzubauen, der relevante Informationen automatisch erkennt, Vorgänge vorstrukturiert, potenzielle Auffälligkeiten sichtbar macht und die Bearbeitung durch die verantwortlichen Mitarbeitenden unterstützt.
In diesem Projekt entwickelt Liquam eine maßgeschneiderte KI-gestützte Assistenzlösung für die Exportkontrolle. Ausgangspunkt ist eine Analyse der bestehenden Prozesse, Datenquellen und Prüfanforderungen. Gemeinsam mit dem Kunden werden relevante Prüfschritte, benötigte Informationen und Rollen im Prozess definiert.
Die Lösung führt Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen, zum Beispiel aus ERP-Daten, Kunden- und Artikeldaten, internen Richtlinien, Dokumenten, E-Mails oder Wissensdatenbanken. Auf dieser Basis unterstützt die KI bei der Vorstrukturierung exportrelevanter Vorgänge, erkennt mögliche Auffälligkeiten und stellt den zuständigen Mitarbeitenden die relevanten Informationen übersichtlich zur Verfügung.
Ein zentraler Bestandteil ist die nachvollziehbare Dokumentation: Die KI kann Hinweise, Quellen, Zwischenergebnisse und offene Prüfpunkte strukturiert aufbereiten. Dadurch entsteht ein transparenter Prüfprozess, bei dem die finale Bewertung weiterhin durch die verantwortlichen Fachpersonen erfolgt.
Die Lösung wird modular aufgebaut und kann schrittweise erweitert werden. Mögliche Ausbaustufen sind die Anbindung an ERP-Workflows, automatische Benachrichtigungen bei prüfpflichtigen Vorgängen, die Einbindung interner Regelwerke, ein Dashboard für offene Prüfungen sowie die strukturierte Ablage von Prüfergebnissen.
So entsteht eine praxisnahe Lösung, die Exportkontrolle nicht als isolierten Compliance-Prozess betrachtet, sondern direkt in die operativen Abläufe des Unternehmens integriert.