Jahrzehntelang war das Geschäftsmodell der SaaS Anbieter in Stein gemeißelt. Wer die Workflows kontrolliert, kontrolliert den Kunden. Doch der Wind hat gedreht. Aktuell peitscht eine Welle namens FOBO – Fear of Becoming Obsolete – durch die Wall Street. Und zwar aus 2 Gründen:
- Demokratisierung der Erstellung: Durch KI-gestützte Coding-Systeme können komplexe Softwarepakete heute in Minuten oder Tagen entwickelt werden, statt in Monaten. Die "Barrier to Entry" für Wettbewerber löst sich gerade in Luft auf. Das wird nicht für alle Anwendungen gelten, aber für viele.
- Verlagerung der Logik: Die eigentliche Funktionalität und Intelligenz wandert aus der klassischen Applikation direkt in die KI-Modelle ab. Wenn die KI den Workflow versteht und ausführt, wird das Frontend der Software austauschbar. Übrig bleibt im schlimmsten Fall nur eine glorifizierte Datenbank, die per API von einer KI "gemolken" wird.
Warum ist das wichtig?
Wenn eine KI wie Claude Code lernt, tief in die Eingeweide von Unternehmen vorzudringen, stellt das die gesamte Software-Landschaft und teils die Geschäftsmodelle auf den Kopf.
Beispiel IBM: Nachdem Anthropic verkündete, dass Claude die COBOL Anwendungen – die 65 Jahre alte Programmiersprache, die das Rückgrat des globalen Finanzsystems bildet – automatisiert modernisieren kann, rauschte die IBM-Aktie an einem Tag um 13 % in den Keller. Das ist der schlimmste Kurseinbruch seit dem Dotcom-Crash im Jahr 2000. Warum? Weil das hochprofitable Legacy-Business, für das man bisher Heerscharen an spezialisierten (und teuren) Entwicklern brauchte, plötzlich per Mausklick disruptiert wird.










