Super-Apps schlagen Super-Modelle

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Die digitale Welt dreht sich schnell! Dieser Artikel wurde vor mehr als 180 Tage veröffentlicht. Während die grundlegenden Überlegungen weiterhin relevant sein können, entsprechen möglicherweise nicht mehr alle Details oder Daten dem heutigen Stand. Benötigen Sie tagesaktuelle Einschätzungen? Sprechen Sie uns gerne an!

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Update

Die rote chinesische Nationalflagge weht an einem Masten vor dem leicht unscharfen Hintergrund des Oriental Pearl Tower in Shanghai unter blauem Himmel.

Pixabay / glaborde7

Super-Apps schlagen Super-Modelle, oder besser: Business-Logik schlägt Intelligenz-Niveau.

Die USA bauen die leistungsfähigsten KI-Modelle. Genutzt wird KI trotzdem woanders mehr. Laut Morgan Stanley setzen 80 Prozent der Menschen in China KI mindestens wöchentlich privat ein, in den USA sind es 54 Prozent. Die Zahl der chinesischen Nutzer generativer KI hat sich innerhalb eines Jahres auf 602 Millionen mehr als verdoppelt. Schneller als damals das mobile Internet.

Das Erfolgsrezept ist unspektakulär. Tencent, Alibaba und ByteDance bauen KI direkt in Apps ein, die ohnehin jeder täglich öffnet. Niemand muss etwas Neues herunterladen. ByteDance' Doubao kommt dank Zubringer Douyin auf rund 399 Millionen monatliche Nutzer.

Warum ist das wichtig?

Das beste Modell zählt weniger. Entscheidend ist, wer dort sitzt, wo die Nutzer sowieso schon sind. Dazu passt ein zweiter Befund: 64 Prozent der Befragten nutzen fünf oder mehr KI-Tools parallel.
Loyalität gegenüber einzelnen KI-Apps gibt es kaum, weil der Wechsel nichts kostet. Gewinner sind die Plattformen, die Nachfrage, Daten und Transaktionen kontrollieren. Selbst bei Alibaba sehen die Analysten den Wert eher im Shopping-Assistenten in Taobao als in der eigenständigen Qwen-App.

Unsere Einordnung

Die eigentliche Lektion hat erfreulich wenig mit China zu tun: Adoption entsteht im Alltag.

Die meisten Unternehmen besitzen ihren größten KI-Hebel bereits. Kundenbeziehungen, Prozesse und Kanäle, über die täglich Anfragen und Bestellungen laufen. Genau dort gehört KI hin. Ein weiteres Tool mit eigenem Login konkurriert dagegen mit vier anderen um Aufmerksamkeit.

One more: Raus aus dem Chatfenster

Ein Prozess, sauber integriert, schlägt zehn Pilotprojekte im Chat. KI entfaltet ihre Wirkung dort, wo Prozesse laufen und Wertschöpfung entsteht. Ein Chatfenster am Bildschirmrand ist dafür selten der richtige Ort. Der Ansatz heißt vertikale Integration: KI tief in einen konkreten Prozess einbauen, mit Zugriff auf die Daten und Systeme, die dort ohnehin im Spiel sind.

Für unsere Kunden geht es an dieser Stelle noch weiter.
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