Roboter mit Fingerspitzengefühl

Unser Podcast mit Sven Kramer & Sebastian Karger

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Die digitale Welt dreht sich schnell! Dieser Artikel wurde vor mehr als 180 Tage veröffentlicht. Während die grundlegenden Überlegungen weiterhin relevant sein können, entsprechen möglicherweise nicht mehr alle Details oder Daten dem heutigen Stand. Benötigen Sie tagesaktuelle Einschätzungen? Sprechen Sie uns gerne an!

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Update

Eine weiße Roboterhand greift mit feinmotorischen Metallfingern präzise nach einem braunen Hühnerei neben einem Eierkarton in einer modernen Küche.

OpenAI - Mit Hilfe von KI generiert

Das Zürcher Start-up Enact Intelligence hat noch kein Produkt. Trotzdem haben Investoren KI-Forscher Yann LeCun und Mistral-Gründer Arthur Mensch gerade 30 Millionen Dollar überwiesen. Für eine Pre-Seed-Runde ist das eine Ansage. Die Idee dahinter: Roboter sollen fühlen. Enact trainiert seine Modelle zusätzlich mit Kraft- und Berührungsdaten und spricht von einem Nervensystem für Maschinen.

Warum ist das wichtig?

Heutige Roboter erkennen einen Stift auf Kamerabildern. Ob sie ihn tatsächlich greifen oder wie fest sie drücken sollen, wissen sie oft nicht. Deshalb rechnet sich Automatisierung bisher fast nur in der Serienfertigung, wo sich dieselbe Bewegung tausendfach wiederholt. Sobald es um Varianz geht, also Stecker einstecken, Chips einrasten, Schrauben drehen, wird es schwierig. Genau dort setzt Enact an. Gelingt das, wird Automatisierung plötzlich auch bei Wartung, Recycling oder Retouren wirtschaftlich.

Unsere Einordnung

In Deutschland nutzen 24 % der Großunternehmen Roboter in der Montage, bei KMU sind es 4,6 %. Diese Lücke ist ein Wirtschaftlichkeitsproblem. Wer sie schließt, adressiert genau den Teil der Industrie, der bisher außen vor war.

Auch wenn ein Start-up ohne Produkt, erstmal nur eine große Wette ist, ist der hier erkannte Engpass interessant. Die Frage ist nämlich, ob Roboter mit der Unordnung und Diversität der echten Welt klarkommen. Das Fingerspitzengefühl, das Enact entwickelt, kann das fehlende Puzzlestück sein.

One more: Die Gegenrede

Enact hält Humanoide Roboter für überschätzt. Wir sehen das anders. Unsere Welt ist für Menschen gebaut. Treppen, Türklinken, Werkbänke, Regalhöhen, Werkzeuge. Jeder Spezialroboter verlangt, dass sich die Umgebung ihm anpasst. Neue Förderbänder, neue Sicherheitszäune. Das kostet Geld und Zeit und ist für viele Unternehmen oft genau der Grund, warum Automatisierung gar nicht erst startet.

Ein Humanoid dagegen kommt in die bestehende Halle, nimmt den vorhandenen Akkuschrauber und arbeitet am vorhandenen Arbeitsplatz. Kein Umbau, kein Stillstand. Damit verschiebt sich die Rechnung grundlegend.

Für unsere Kunden geht es an dieser Stelle noch weiter.
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