Google verkauft jetzt auch die Schaufeln

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Die digitale Welt dreht sich schnell! Dieser Artikel wurde vor mehr als 180 Tage veröffentlicht. Während die grundlegenden Überlegungen weiterhin relevant sein können, entsprechen möglicherweise nicht mehr alle Details oder Daten dem heutigen Stand. Benötigen Sie tagesaktuelle Einschätzungen? Sprechen Sie uns gerne an!

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Update

Grüne Leiterplatte (PCB) von Google mit zentralem Prozessor-Chip, Speicherbausteinen und elektronischen Komponenten in Nahaufnahme.

Google

Googles KI-Chips waren jahrelang ein Fall von Eigenbedarf. Anders als bei mancher Münchner Altbauwohnung war der sogar echt. Damit ist jetzt Schluss. Die Tensor Processing Units (TPUs) gehen erstmals an externe Kunden. Anthropic hat für einen Milliardenbetrag bestellt und der Finanzdienstleister Citadel Securities ist ebenfalls dabei. Laut Bloomberg bekommt außerdem Crux AI, ein Joint Venture von Blackstone und Google, einen Kredit über 22 Milliarden Dollar für den TPU-Einkauf. Erste Umsätze hat Google im zweiten Quartal verbucht. Die Höhe behält der Konzern für sich.

Warum ist das wichtig?

Nvidia hält seit Jahren rund 90 Prozent des Marktes für KI-Beschleuniger und macht aus jedem Dollar Umsatz mehr als 50 Cent Gewinn. Diese Marge zahlt am Ende jeder, der KI nutzt. TPUs sind Spezialchips, die ausgewählte KI-Aufgaben schneller und energieeffizienter erledigen als klassische GPUs. Die achte Generation gibt es in zwei Varianten: eine für das Training und eine für die Inferenz, also den laufenden Betrieb. Genau dort entstehen die Kosten, wenn KI vom Pilotprojekt in den Alltag wandert.

Unsere Einordnung

Wettbewerb in diesem Bereich ist gut, aber Nvidias eigentlicher Burggraben heißt CUDA, eine Software, mit der Millionen Entwickler seit rund 20 Jahren arbeiten. Googles Werkzeuge waren lange für den Hausgebrauch gedacht. Wer sie ausreizen will, braucht sehr gute Ingenieure. Dazu kommt der Engpass in den Chipfabriken. Nvidia muss den Thron also vorerst nicht räumen.

One more: Blick aufs Ganze

Google liefert jetzt Chip, Cloud und Modell aus einer Hand. Microsoft nutzt eigene Chips bislang nur intern und Amazon verhandelt noch. Für Anwender bedeutet das mehr Wettbewerb bei den Rechenkosten und zugleich einen neuen Kandidaten für Abhängigkeit. Wer von Nvidia zu Google wechselt, tauscht einen Vermieter gegen einen anderen. Dem neuen gehört allerdings auch der Supermarkt im Erdgeschoss.

Für unsere Kunden geht es an dieser Stelle noch weiter.
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