Die Zukunft ist schon verbucht

Unser Podcast mit Sven Kramer & Sebastian Karger

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Die digitale Welt dreht sich schnell! Dieser Artikel wurde vor mehr als 180 Tage veröffentlicht. Während die grundlegenden Überlegungen weiterhin relevant sein können, entsprechen möglicherweise nicht mehr alle Details oder Daten dem heutigen Stand. Benötigen Sie tagesaktuelle Einschätzungen? Sprechen Sie uns gerne an!

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Update

Aussenansicht einer Foncia-Immobilienagentur mit blauem Schild, Schaufenstern voller Immobilienangebote, einer Palmenpflanze vorne links und gefliesten Stufen zum Eingang.

Emeria

Manche Unternehmen warten geduldig, bis sich ihre KI-Investitionen auszahlen. Emeria ist da schneller. Der französische Immobiliendienstleister (früher Foncia) hat in seinen jüngsten Zahlen 20 Millionen Euro zusätzliches EBITDA ausgewiesen. Die Quelle dieses Geldsegens: Einsparungen durch die neue KI-Strategie. Kleines Detail am Rande: Diese Einsparungen gibt es noch gar nicht. Sie werden erst für die kommenden Jahre erwartet. Das Agentic-AI-Programm selbst wurde im August angekündigt. Wenige Wochen später steht der Erfolg schon in der Bilanz. Effizienter geht es wirklich nicht.

Warum ist das wichtig?

KI ist das perfekte Versprechen. Niemand kann heute seriös sagen, was sie in zwei Jahren einspart. Genau deshalb lässt sich mit ihr so schön rechnen. Bei Emeria kommt dazu, dass das Unternehmen unter hohen Schulden leidet und der Mehrheitseigner Partners Group zuletzt über eine Kapitalspritze von 200 Millionen Euro nachdenken musste. Wer unter Druck steht, entdeckt offenbar besonders gern die Zukunft. Bloomberg beschreibt das als neuesten Trick im Werkzeugkasten des "EBITDA-Tunings". Am Kreditmarkt fand man das eher weniger lustig.

Unsere Einordnung

Wir sind große Fans davon, KI-Potenziale früh zu beziffern und ihnen einen Business Case zu geben. Aber nicht im Jahresabschluss. Der Unterschied klingt banal, ist aber ungefähr so groß wie der zwischen einem Lottoschein und einem Lottogewinn, auch wenn die Gewinnchance bei KI um ein vielfaches höher ist.

Ehrlich gesagt überrascht uns der Fall trotzdem nur halb. Wenn KI-Einsparungen erst einmal als sicher gelten, landen sie irgendwann dort, wo eigentlich nur Sicheres hingehört. Gute KI-Projekte brauchen diese Abkürzung übrigens nicht. Sie zeigen ihren Wert nach ein paar Monaten ganz von allein. Und wer ihn schon vorher braucht, hat meistens ein anderes Problem als fehlende Effizienz.

Wenn die viel beschworene KI-Blase irgendwann platzt, dann hoffentlich an echten Grenzen der Technologie und nicht an dieser Form der kreativen Buchhaltung. Sehr schade für die vielen soliden KI Projekte da draußen.

One more: Alles nur heiße Luft?

Drei Fragen, mit denen man KI-Versprechen schnell prüfen kann:

  1. Ist es schon passiert? Fragen Sie nach realisierten Einsparungen der letzten Monate. Prognosen sind willkommen, sie gehören nur in eine eigene Spalte.
  2. Wogegen wird gemessen? Eine Einsparung ohne Basislinie und ohne Messmethode ist eine Meinung.
  3. Was passiert, wenn die KI hinter dem Plan bleibt? Die Antwort verrät oft mehr als jede Folie.

Und wenn man wissen möchte, wie ein belastbarer KI-Business-Case konkret aussieht, bitte uns ansprechen. Wir buchen dafür auch nichts im Voraus.

Für unsere Kunden geht es an dieser Stelle noch weiter.
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