Die amerikanische "Super Intelligence Force"

Unser Podcast mit Sven Kramer & Sebastian Karger

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Die digitale Welt dreht sich schnell! Dieser Artikel wurde vor mehr als 180 Tage veröffentlicht. Während die grundlegenden Überlegungen weiterhin relevant sein können, entsprechen möglicherweise nicht mehr alle Details oder Daten dem heutigen Stand. Benötigen Sie tagesaktuelle Einschätzungen? Sprechen Sie uns gerne an!

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Update

Website-Interface mit Text „Hello, America“, Eingabefeld für Behördenfragen und Foto einer überraschten Frau in einem Auto.

america.gov

Ende September stellte die US-Regierung mit America.gov ein KI-gestütztes Bürgerportal vor. Die Inszenierung erinnerte eher an einen iPhone-Launch als an eine Behörden-Website. Außenminister Rubio gab den Steve Jobs im Anzug und versprach Reisepässe per Chatbot. Es folgten ein Lunch mit Tech-CEOs, die eine selbstverfasste „Verfassung“ zur Selbstkontrolle unterschrieben und Anfang Oktober die Gründung einer „Super Intelligence Force“. Den Begriff hat Trump übrigens per Dekret zur offiziellen Bezeichnung für KI gemacht.

Warum ist das wichtig?

Die Federal Trade Commission ermittelt gegen Anthropic, OpenAI und weitere Anbieter. Laut Economist lassen sich Anthropic und OpenAI neue Nutzer ihrer leistungsstärksten Modelle inzwischen wöchentlich von der Regierung absegnen. Das ist ein seltsames Lizenzsystem. Das britische Sicherheitsinstitut AISI hat seinen frühen Modellzugang bereits verloren.

Gleichzeitig kippt die Stimmung im Land. Fast acht von zehn Amerikanern wollen die Entwicklung leistungsstarker KI bremsen oder stoppen. Über 90 Prozent fordern klare Leitplanken. Nach den Midterms im November könnte der Kongress deutlich härter durchgreifen. Passiert das nicht, regeln die Bundesstaaten selbst und es entsteht ein Flickenteppich.

Unsere Einordnung

Wir sehen weiterhin die Variable, des politischen Risikos beim Modellzugang. Dass das kein theoretisches Szenario ist, hat der Juni gezeigt. Anthropic musste seine neuesten Modelle Fable und Mythos wegen US-Exportkontrollen für knapp drei Wochen vom Markt nehmen. Wer in dieser Zeit produktiv darauf gebaut hatte, durfte improvisieren.Unsere Empfehlung ist daher weiterhin KI-Lösungen so gestalten, dass das Modell austauschbar bleibt. Eine saubere Abstraktionsschicht, ein getesteter Fallback auf europäische oder Open-Weight-Modelle und Verträge, die einen Wechsel nicht bestrafen. Das kostet am Anfang etwas mehr Denkarbeit und erspart später hektische Entscheidungen.

One more: Die Rechnung, die nicht aufgeht

Anthropic lässt seine Modelle von Accenture prüfen (was schon seltsam genug ist). Das Volumen des Gesamtauftrags beträgt 2 Milliarden Dollar über fünf Jahre. Das Jahresbudget von CAISSI, der staatlichen US-Behörde für KI-Sicherheit, liegt bei 15 Millionen Dollar. Ein Prüfauftrag eines einzelnen Anbieters alleine ist pro Jahr rund 27-mal so groß wie das Budget der Behörde, die eigentlich die gesamte Branche im Blick behalten soll.

Für unsere Kunden geht es an dieser Stelle noch weiter.
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